Infos zum Pacific Crest Trail, Weitwanderweg zwischen Mexiko und Kanada quer durch die USA

 

“Was hast Du denn in nächster Zeit so vor “? Standardfrage unter Reisenden die meist gern und ausführlich beantwortet wird und deren Antwort ich meist gespannt entgegen sehe, denn vielleicht gibt es ja noch neue Erkenntnisse und Ziele, die ich nicht auf dem Plan habe.

„Ich stelle die Karre bei Harald in Izamal ab und mache eine Langzeitwanderung“ Aahaa, und wo?“ „USA, einmal quer durchs Land, beginnend an der mexikanischen Grenze bis hoch nach Canada“

„Oh!?“ Standardantwort! Genauso gut hätte ich folgendes sagen können: „Ich fliege nach Timbuktu, um dort eine ostfriesische Kneipe mit Labskaus und Jever Bier zu eröffnen“.

Die meisten wissen nichts von der Existenz solcher Parallelwelten, in denen Menschen sich völlig freiwillig auf eine lange, lange Reise zu Fuß begeben, von weitaus exotischerem fange ich hier gar nicht erst an.

Macht ja nichts, muss man ja nicht wissen und ist auch nicht wichtig.

Für alle die es trotzdem interessiert, hier ein paar Erklärungen.

 

Fakten:

 

Der Pacific Crest Trail verläuft auf einer Länge von 2663 Meilen, ca. 4286 Kilometern, Eine Meile = 1,6 Kilometer, zwischen der Grenze Mexikos und Kanada quer durch die USA.

Es ist ein National Scenic Trail, davon gibt es elf in den USA, die drei Haupttrails sind der Appalachian, der Pacific Crest und der Continental Divide Trail, wobei letzterer der längste der drei ist und auch der am wenigsten begangene und propagierte, unter anderem deshalb, weil noch nicht zu hundert Prozent fertig gestellt.

Der Appalachian ist der populärste und befindet sich im Osten des Landes. Der Pacific Crest (PCT) verläuft im Westen quer durch den riesigen Bundesstaat California ( über die Hälfte), weiter durch Oregon und zum Schluss durch Washington State. Der CDT verläuft ein Stück weiter östlich, folgt der Continental Divide Range entlang der Rockies und stellt etwas höhere Ansprüche, unter anderem an die Navigation.

Alle drei bilden die Triple Crown, wer sie gelaufen hat, ist ein Triple Crowner, bekommt eine Medaille und darf sich so richtig was darauf einbilden.

Lang war der CDT mein Favorit, da ich jedoch nicht der Navigations Künstler bin und nicht die Möglichkeit habe, in Ruhe über lange Zeit zu recherchieren und der Appalachian überhaupt nicht in Frage kommt, habe ich mich für den Mittelweg entschieden. Der PCT ist der zweit längste, er durchquert wie gesagt drei Staaten, 60 Hauptpässe, 19 Haupt Canyons (Schluchten), 3 National Mounuments, 7 National Parks, 24 National Forests und 33 ausgewiesene Wildniss Gebiete.

Der höchste Punkt ist Forester Pass mit 4009 Metern, es gibt viele Höhenmeter zu bewältigen.

Zu Beginn, von Süden kommend, ist eine Stecke von ca. 1000 Kilometer Wüste zu bewerkstelligen bis man die Sierra Nevada und somit die Berge erreicht. Wasser ist hier ein echter Knackpunkt der den Wanderern am meisten zusetzt.

Viele freiwillige Helfer, sogenannte Trail Angels, deponieren deshalb in Abständen Wasservorräte, verlassen kann man sich darauf aber nicht.

Es gibt regelmäßig Straßenanbindungspunkte, da die meisten Orte für die Folgeversorgung nicht direkt am Trail liegen, muss man diese anlaufen oder man findet nette Menschen, die einen im Auto mitnehmen.

Ist man nicht gerade Ultralight Marathon Läufer, nimmt die Strecke den durchschnittlichen Wanderer 120 bis 150 Tage in Anspruch, meist inklusive sogenannter Zero Days, also Tage, an denen man nicht läuft, es sich in einem Hotel bequem macht und versucht, Kalorien in sich rein zu schaufeln. Der Zeitpunkt des Starts ist extrem wichtig, will man den Trail in einer Saison schaffen.

April ist der bevorzugte Zeitpunkt. Damit ist die Wüste noch einigermaßen erträglich, geht man früher, ist es ziemlich wahrscheinlich in Meterhohem Schnee der Sierra festzustecken, geht man später, läuft man Gefahr, in der Hitze der Wüste zu verrecken und in den herbstlichen Neuschnee der Washingtoner Berge zu geraten. Die Pacific Crest Trail Association vergibt Permits an alle, die mehr als 500 Meilen am Stück laufen wollen, damit hat man die Genehmigung, in der Nähe des Trails zu Campieren und kann sich jederzeit als echter Thru Hiker ausweisen. California verlangt außerdem, dass man ein Campfire Permit mitführt, vorausgesetzt, man plant einen Kocher zu benutzen. Beides ist völlig kostenfrei und übers Internet in wenigen Minuten in die Wege geleitet.

Eine lose Statistik der PCT Trail Association fördert folgende Fakten zutage:

Der Antrag auf Long Distance Permits steigt von Jahr zu Jahr. Unter anderem deshalb, weil so eine Selbstfindungs Tante vor ein paar Jahren für 1000 Meilen den Trail gelaufen ist und darüber ein Buch geschrieben hat, dann wurde das Ganze auch noch mit irgendeiner Hollywood Tante verfilmt. Das sagt die Statistik natürlich nicht sondern ich!

Letztes Jahr stellte die PCT Trail Association ca. 2500 Permits aus, mittlerweile sind nur noch 50 Leute pro Tag am Start erlaubt. Davon sind nach eigenen Angaben 600 Leute am anderen Ende angekommen.

Da nicht alle davon den ganzen Trail laufen, ist schwer zu sagen, wie viele tatsächlich unterwegs schlapp gemacht haben aber es dürften so einige sein.

 

Motive:

 

Ein weiterer Lebenstraum. Als die Affen die Bäume verließen und lernten aufrecht zu gehen, taten sie dies lange Zeit vermutlich ziemlich gut. 

Wie wäre es, los zu laufen, immer weiter, Wochen, Monate leben in der Natur, nur aus eigener Kraft und Motivation angetrieben, auf ein Minimum reduziert? Der Trail ist das Leben, die Leute die man unterwegs trifft eine Bereicherung und weitere Motivation. Austausch mit Gleichgesinnten. Alle haben das gleiche Ziel, alle haben die gleiche Schlacht zu schlagen.

Wie wirkt sich das auf Körper und Psyche aus, werde ich es lieben oder hassen? Wie lange halte ich überhaupt durch?

 

Vorbereitung:

 

Die meisten Leute bereiten sich mindestens ein Jahr darauf vor. Nicht mein Ding und auch nicht möglich wenn man wie ich immer unterwegs ist. Mein Aufenthalt letzten Herbst in Deutschland hat mir dank täglich verfügbarem Internet ermöglicht, mich intensiv, heißt, hauptsächlich mit Recherche rund um die Ausrüstung zu befassen. Hier war in einigen Teilen eine Umstellung notwendig denn will man auch nur den Hauch einer Chance haben den ganzen Trail zu schaffen, gilt das Motto: leicht, leicht und nochmals leicht. Außerdem weiß ich von zahlreichen Touren, dass das Gewicht eines Rucksacks mich generell schwer belastet was sich wiederum stark auf die Motivation auswirkt.

Mittlerweile haben die Hersteller den Bedarf an leichter Ausrüstung erkannt und sich mächtig ins Zeug gelegt, immer leichtere Zelte, Rucksäcke u.s.w. zu entwickeln.

Ultralight Trekking hat einen hohen Stellenwert in der Szene bekommen. Es gibt Ultralight Läden und Ultralight Foren.

Das Bestreben des Wanderers besteht darin, das Grundgewicht auf 6 bis 8 Kilogramm zu begrenzen. Dies sollte alles beinhalten bis auf Lebensmittel und Wasser. Nicht einfach, wenn man viele Klimazonen abdecken muss. Am Ende wird dann zu Beginn einer Etappe immer noch 16 bis 18 Kilogramm zusammen kommen.

Viele Wanderer verschicken Pakete mit Essen und anderem Zeug was sie aktuell nicht brauchen an eine Poststelle oder Lodge um es dort dann abzuholen. Ich werde versuchen, weitestgehend darauf zu verzichten.

Ich habe folgendes umgestellt: Der Deuter Rucksack wurde durch eines der besten Modelle auf dem Ultralight Markt ersetzt und erspart mir eineinhalb Kilogramm.

Der schwere Daunenschlafsack – 10 Modell für Nepal damals unerlässlich, wurde durch einen sich um die Null Grad Grenze bewegendes Modell ersetzt. Ersparnis 800 Gramm.

Jegliches Gas Kocher Kartuschen oder Benzin Kocher System kommt nicht in Frage wegen des Gewichts, hier probiere ich etwas total neues aus, Ergebnis offen. Ersparnis auf jeden Fall mindestens 250 Gramm.

Beim Zelt habe ich lange überlegt. Da meines jedoch immer noch zu den leichtesten Modellen gehört die zu bekommen sind, habe ich auf eine teure Neuanschaffung verzichtet. Die Spezialisten geben sich mit so was nicht ab, sie übernachten unter Planen die mit Trekkingstöcken aufgebaut werden und tragen somit sicher ein halbes Kilo weniger als ich, auch hier bietet der Markt fantasievolle und durchaus akzeptable Modelle, ich möchte jedoch in den Bergen nicht auf ein vollwertiges Zelt verzichten.

Eine Zahnbürsten Absägerin werde ich nicht, doch generell wird jeder Gegenstand fünfzig Mal im Kopf durchdacht und nochmal soviel in der Hand umgedreht, bis er es letztlich in den Rucksack schafft, es zählt wirklich jedes Gramm.

 

Erwartungen und Bedenken

 

Erwarten tut mich hoffentlich eine Menge toller, unberührter Natur und nette Mitwanderer. Von Stinktieren über Pumas, Schlangen und natürlich Bären, gibt es die breite Palette der Tierwelt des nordamerikanischen Kontinents.,

Es gibt ein paar nicht kalkulierbare Dinge, die ich nicht abschätzen kann.

Schlimm wäre eine Verletzung oder andere körperliche Gebrechen, die mich zur Aufgabe zwingen.

Da sich der Kalorienverbrauch stark erhöhen wird, ich es mir aber eigentlich nicht leisten kann abzunehmen, und der Versuch, mir im Vorfeld ein paar Kilos an zu essen gescheitert ist, hoffe ich mal, das ich keine Probleme wegen zu starker Gewichtsabnahme bekomme.

 

Kommunikation und Fotos

 

Da ich gerne zeitnah ein paar Impressionen ins Netz stellen möchte, gab es eine Menge Kopfzerbrechen wie ich dies anstelle. Letztlich habe ich mich dazu durch gerungen, auch meine kleine Canon zurück zu lassen und sämtliche Bilder mit meinem Samsung S4 Tablet zu schießen, welches etwas größer als ein E-Book ist, allerdings schwerer. Weiterer Vorteil dieses Multifunktionsgerätes: Ich kann Bücher lesen, Spanisch lernen, navigieren, Musik hören und schnell damit ins Internet. Des weiteren werde ich, obwohl auf dem Trail meist kein Netz vorhanden ist, das erste Mal überhaupt auf diesem Trip ein funktionierendes Handy mitführen. Nach dem Lesen einiger Blogs von anderen Wanderern stieß mir immer wieder auf, dass ich ganz oben auf Tag 56 stoße und ganz unten auf Tag 30. Mir ist bekannt, dass man die aktuellsten Einträge ganz oben plaziert. Zum Nachlesen zu einem späteren Zeitpunkt finde ich dies jedoch extrem nervig, deshalb werden diejenigen die mich live verfolgen wollen, leider immer nach unten scrollen müssen, um meine aktuellsten Beiträge zu finden.

 

 

NACH DEM TRAIL - Infos für Nachahmer:

 

 

Die wichtigste Info Seite für den Anfang ist die der Pacific Crest Trail Association http://www.pcta.org/discover-the-trail/

 

Das Wichtigste auf dem Trail ist zu wissen, wo man Wasser findet. Dafür gibt es für den gesamten Trail (außer Sierra) den sogenannten Water Report der von den Wanderern selbst aktualisiert wird. Dies ist deine Bibel auf dem Trail, ohne dem geht nichts! Der Water Report ist in Abschnitte eingeteilt und kann sowohl als Html als auch als Pdf runtergeladen werden. Misstrauische die der Elektronik nicht vertrauen, sollten es sich zusätzlich ausdrucken (z.b. in Bibliotheken). https://pctwater.com/

 

Viele wichtige und interessante Infos auf die ich nicht hätte verzichten wollen, wurden von einem Thru Hiker zusammengestellt der den Trail x Mal gelaufen ist. Als PDF zum herunterladen.

http://asthecrowflies.org/pctpacific-crest-trail-town-guide/

 

Die Navigation auf dem Trail ist meist einfach, der Trail klar erkennbar, jedoch gibt es auch regelmäßig Situationen wo man nicht weiß, welcher Abzweig der Richtige ist oder man quert eine Straße oder Piste und es gibt weit und breit keinen Hinweis, wo der Trail weitergeht. Daher ist es wichtig, eine Navigations App installiert zu haben, man kann sich auch kostenlos Topographische Karten ausdrucken was ich persönlich überflüssig finde, zumindest solange, wie das Handy oder Tablet funktioniert und nicht verloren geht.

Ich habe zu neunzig Prozent mit der kostenlosen App von Halfmiles gearbeitet, was völlig ausreichend war. Diese App hat mir angezeigt auf welcher Meile ich mich befinde, wie weit es noch bis hierhin und dorthin ist, sowie weitere Basisinfos zu Orten und möglichen Wasserquellen. Die App hat keine Karte und obwohl sie auf meinem Tablet nicht hundert Prozent funktioniert hat und auch einige Male inkorrekte Infos hatte was nicht so lustig war, habe ich Halfmiles meistens benutzt weil es mir nicht so schnell die Batterie leer gefressen hat wie andere, aufwendigere Apps.

https://play.google.com/store/apps/details?id=net.tadteam.halfmilepct&hl=de

 

Eine weitere ganz gute kostenlose App mit Karte ist Hiker Bot.

https://play.google.com/store/apps/details?id=com.hikerbot.app&hl=de

 

Sehr viele Leute haben ausschließlich mit der Kauf App von Guthook`s gearbeitet. Man kann sowohl Abschnitte kaufen, als auch den ganzen Trail was dann 25,- Dollar kostet. Generell nicht schlecht, bei mir absoluter Batteriefresser, dennoch war ich ein paarmal froh sie zu haben, da sie mir auf einer Karte anzeigt, wo exakt sich der Trail befindet, wichtig z.b. bei Schnee. https://play.google.com/store/apps/details?id=com.highsierraattitude.pctcomplete&hl=de

 

Generell ist es aber so, dass keine App oder Info alle Campsites anzeigt, es gibt deutlich mehr als irgendwo aufgezeigt. Es gibt in Südkalifornien, Oregon und Washington öfters Abschnitte, wo es für viele Stunden aus geographischen Gründen außer absolute Notcamps keine Möglichkeit gibt, sein Zelt aufzuschlagen, weshalb so mancher schon auf dem Zahnfleisch ging und weit ins Dunkle laufen musste. Es ist also generell eine gute Idee, ein Auge auf die Topographie zu haben.

 

Neunzig Prozent der Wanderer laufen mit Trail Runnern. Aus guten Gründen, denn schwere Wanderschuhe würden bei einer durchschnittlichen Laufleistung von 20 bis 30 Meilen am Tag sehr schnell Probleme bringen da sie zu unflexibel sind und den Bewegungsapparat stören. Trailrunner halten im Schnitt 700 Meilen. Ich habe mich für leichte Halbschuhe von Merrell entschieden da ich sie schon kannte und im REI Outdoorstore problemlos nachkaufen konnte. Diese Schuhe haben 1000 Meilen weggesteckt. Beide Sorten von Schuhen haben generell den Nachteil, dass man oft stark Steine durch die Sohlen fühlt. Für den Sierra Abschnitt würde ich auf leichte, halbhohe Wanderschuhe mit dickerer Sohle zurückgreifen, allerdings sind diese wieder nicht geeignet Flüsse zu durchqueren weil sie langsamer trocknen. Ich habe in Deutschland angefertigte auf meinen Fuß abgestimmte Einlagen getragen, diese habe ich nach gut 2000 Meilen ausgewechselt. Der Hausarzt kann ein Rezept ausstellen, dann zahlt man nur noch 10,- Euro zu. Ohne Rezept kosten sie ca. 60,- Euro, eine lohnende Investition.

 

Trekkingstöcke sind ein absolutes Muss, es gibt unzählige Balanceakte über Creeks bei denen man ohne Stöcke ziemlich aufgeschmissen wäre, außerdem entlasten sie sowohl beim bergan als auch runter gehen enorm.

 

Nach zwei Monaten Wasser erhitzen mit "Heet" welches hauptsächlich aus Alkohol besteht, hier in Autos gekippt wird und deshalb gut erhältlich ist, habe ich es aufgegeben da es nur langsam das Wasser erhitzt und bei Wind gefährlich ist und Waldbrände verursachen kann. Ich habe mir einen "Pocket Rocket" von MSR gekauft und bin zurück zur guten alten Gaskartusche. Der Kocher selbst ist extrem klein, leicht und simpel, ich liebe ihn. Mit einer mittelgroßen Kartusche bin ich zwei Wochen ausgekommen wobei ich nur abends Wasser erhitzt habe.

 

Mein Daunenchlafsack Marke Cumulus Lite 200 war ausreichend. Wichtig ist, die Daune vor Feuchtigkeit zu schützen.

 

Meine aufblasbare im langjährigen Einsatz befindliche Thermarest Prolite Dreiviertel lang hat sich bewährt, kein einziges Loch , sehr klein verpackbar, bei Bodenkälte als Kurzversion allerdings nicht zu empfehlen, da die Füße auf dem Boden liegen.

 

Ohne meinen Rucksack, ein ULA Circuit made in Utah, hätte ich den Trail nicht gepackt. Er hat mir viel Gewicht eingespart und sitzt perfekt. Auch in Deutschland erhältlich - googelst Du!

 

Das Macpac Zelt war o.k., trotzdem ist mir schleierhaft, was sich die Neuseeländer bei der Konstruktion gedacht haben.

 

Snowpeak Titan 1 Liter Topf, nimmt etwas Platz weg jedoch ist man nicht immer gleich am Limit bei größeren Portionen. Titan ist das leichteste Material auf dem Outdoormarkt.

 

Was ich sonst noch dabei hatte: 

 

Schweizer Taschenmesser mit Korkenzieher, Dosen und Flaschenöffner, sehr oft gebraucht.

Trillerpfeife, Bärenglocke, nur im einsamen Wald von Oregon benutzt.

Zipplock Tüten zum Essen verpacken, für Müll, Kleinzeug wasserdicht verpacken.

Nadel, Faden, Sicherheitsnadeln, Gorilla Tape für Wasserbehälter, Zelt, Matte reparieren.

Kleines selbst zusammengestelltes Erste Hilfe Set inklusive Antibiotika, Schmerz und Vitaminpillen.

Kleines Stück Seife, Miniflasche Shampoo, Minitube Zahnpasta, Zahnbürste, Minitube Tagescreme und Sonnencreme, Nagelschere, Pinzette. Kein Spül oder sonstiges Mittel, Wasser reicht zum Topf spülen! Kleiner Schwamm dafür.

Eine eineinhalb Liter Trink Flasche aus dem Laden, regelmäßig ausgewechselt, eine Platypus zusammenrollbare 2 Liter  Flasche sowie eine Nalgene Weithals rollbare 3 Liter Flasche was sich so bewährt hat.

Steripen UV Wasserentkeimer hat genervt da immer wieder Aussetzer. Die meisten hatten einen kleinen leichten Filter wo das Wasser einfach von Flasche zu Flasche durchgedrückt wird worauf ich nun auch zukünftig zurückgreifen werde z.b. von Sawyer.

Generell habe ich nur in Südkalifornien entkeimt oder wenn es aus dem See oder anderen fragwürdigen Quellen entnommen wurde. Es gibt viele tolle natürliche Quellen und das was mit dem Wasser in der Sierra oder sonstwo in den Bergen nicht in Ordnung ist, halte ich für relativ unwahrscheinlich, ich hatte keinerlei Probleme mit nicht behandeltem Wasser.

Black Diamond Kopflampe, sehr starker Strahl, verpackt im Topf, da sonst zwangsläufig irgendwann der Knopf angeht und unbemerkt die Batterien leer frisst.

Ich hatte keine Gummilatschen dabei und habe sie auch nicht vermisst.

 

2 T-Shirts bzw. eins davon Bluse, Kunstfaser, später auf Langarm ausgewechselt, besser wegen Mücken. Ein Teil an, ein Teil für Nachts und "Ausgang", genügt völlig.

3 Slips, Kunstfaser, ein Bikini Oberteil, Handschuhe, Baumwollnikituch, großer Sonnenhut, kleiner Waschlappen, ebenso großes "Handtuch", Kunstfaser, das eine als Handtuch und zum Füsse reinigen, das andere für den restlichen Körper zum regelmäßigen abfummeln.

2 Paar Socken, 3 Paar wäre wünschenswert, von Darn Tough mit über 60 Prozent Wolle, Rest Kunstfaser, die versprechen lebenslange Haltbarkeit, immerhin haben sie 1500 Meilen gehalten, man könnte sie einschicken und bekäme Ersatz, auf jeden Fall ist es ein guter Wert und die Socken sind Top.

Eine Short mit Gummizug, eine mitteldicke Reebock Gymnastikhose hat sich sehr bewährt schon mit dem Fahrrad, wird als lange Hose Ersatz getragen und im Schlafsack bei Kälte, schnelltrocknend. 

Ich würde in Zukunft die Short weglassen und durch eine lange Zipp off Hose ersetzen damit man ausreichenden Beinschutz für die teilweise sehr agressiven Mücken hat.

Mitteldicker Fleece Pullover von H2O, nicht tot zu kriegen das Teil, wurde auch als Zwischenlage zwischen Rucksack und Rücken verwendet.

Mammut Regenjacke, gut, dünne Regenhose von Mountbell, sehr gut. 

Leichte Daunenjacke von The North Face, gut, es gibt leichtere, hätte mir aber von der Wärmeleistung nicht gereicht.

 

Essen: es ist sehr schwer, über so viele Monate noch Geschmack am Trailfraas zu finden. Es gab alles, was ich normalerweise nicht anrühre.

Knorr Fertignudeln, später nicht mehr runter gekriegt.

Knorr Fertigreis, eine Sorte ging bis zum Schluss.

Mein absolutes Lieblingsgericht war Fertigkartoffelpüree von Idahoan vermischt mit Thunfisch den es in Hikerfreundlicher, flacher Plastikverpackung gibt.

Couscous und so ein Zeug kann man mich mit jagen.

Ab der Sierra habe ich auch teilweise auf spezielles dehidriertes Trailessen umgestellt wobei mir Mountain House recht gut geschmeckt hat, es außerdem eine übersichtliche Inhaltsliste hat und mit das preiswerteste am Markt ist.

Morgens Haferflocken eingeweicht mit Kakaopulver, Nüssen, Trockenfrüchten, aus Zeitgründen kein Tee.

Mittags Käse, Nüsse, Kekse, getrocknete Zwiebeln, Tortillas oder anderer haltbarer Brotersatz.

Zwischendurch mindestens 3 Riegel hauptsächlich von Cliff oder Kind, die meisten herkömmlichen Müsli Riegel sind total überzuckert und auf Dauer unerträglich.

Abends wie oben aufgeführt, Tee, zum krönenden Abschluss IMMER ein Snickers oder ähnliches.

 

Pakete habe ich letztlich ungefähr 10 Stück verschickt. Die Logistik als "Nicht im Land lebender" ist aufwendig, sonst könnte man ja alles von Zuhause vorbereiten und sich nach Bedarf zuschicken lassen was viele auch tun.

Nachteil, was du vor Monaten gepackt hast, magst du womöglich nicht mehr. Das Verschicken ist nicht billig, im Schnitt 15,- Dollar mit der Post. Kaufen vor Ort ist auch oft nicht billig, da man auf kleine, abgelegene, teure Läden angewiesen ist die sich aber meist sehr gut auf unsere Bedürfnisse eingestellt hatten.

In Halfmile und PCT Seite sind alle Adressen wo man Päckchen hinschicken kann aufgeführt, hierbei handelt es sich um Post, schlecht wegen Öffnungszeiten, Lodges, Campingplätze, Trailangel u.s.w.

 

Ich würde es so nach meiner Methode wieder machen, ein paar Päckchen, sonst unterwegs versorgen was auch in Washington letztlich kein Problem darstellte.

 

Als Single findest du leicht Anschluss an einen anderen Single oder eine ganze Gruppe von Singles. Es ist ein Trail der Singles! Viele suchen bewusst Anschluss, genauso viele aber auch bewusst nicht. Ich habe bewusst keinen gesucht, da ich nicht dafür geeignet bin und außerdem sowieso meine Altersgruppe extrem untervertreten  war, die meisten sind zwischen 20 und 30 Jahre, mit denen hätte ich in der Regel Konditionsmäßig eh nicht mithalten können was ich auch gar nicht wollte. Tatsächlich habe ich viele Leute getroffen, bei denen es nicht nur bei einer Wanderpartnerschaft blieb, jedoch sind auch viele die allein laufen nicht unbedingt Single!

 

Die Vergabe der Long Distance Permits beginnt Anfang des Jahres, dann sollte man schnell sein, um den Wunschtermin zu ergattern.

 

Auf dem Trail und neben dem Trail war es überraschend sauber, dort wo naher Straßenanschluss war und viele Tageswanderer nicht mehr so. Die Toilettenfrage ist hochsensibel und sollte als solche behandelt werden damit auch zukünftige PCTler Freude an einem sauberen Trail haben!

Grundsätzlich geht man vor allem für das große Geschäft so WEIT wie möglich von jeglichem Campspot, Wasser und vom Trail selbst weg. Man gräbt ein so tiefes Loch wie möglich und benutzt so wenig Klopapier wie möglich! Besteht KEINE Feuergefahr, zündet man das Klopapier im Loch an und wartet ab, bis es vollständig verbrannt ist. Klopapier anzuzünden ist definitiv keine offizielle Empfehlung da man riesige Angst vor Waldbränden hat, zu Recht. Jedes Jahr stecken unvorsichtige Idioten Wälder in Brand. An etablierten Plätzen ist meist eine Feuerstelle vorhanden in die man das Klopapier legt und im Beisein verbrennen lässt. Ansonsten einfach viel Erde drüber. Es gibt mittlerweile tolle kleine Schaufeln die praktisch nichts wiegen. Wenn ein generelles Feuerverbot besteht, sollte man dieses natürlich ernst nehmen!

 

Fragen die NICHT aus eigenen intensiven Recherchen beantwortet werden können, versuche ich gern zukünftigen Thru Hikern zu beantworten.

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