El Chaiten, Parque Nacional Los Glaciares, Ruta 40, Paso Roballos, Parque Patagonia, Cochrane, Careterra Austral, Puerto Rio Tranquilo, Coyhaique, Paso Triana, Sarmiento, Bosque Petrificado, Comodoro Rivadavia, Camarones, Playa Escondida, Puerto Madryn, Playa Cantera, Nuevo Helvecia, Montevideo

Von El Calafate geht es es ein Stück nordwestlich zum kleinen Örtchen El Chaiten, welches eingebettet unterhalb der beeindruckenden Kulisse der Zinnen des Los Glaciares Nationalparks liegt. Die Anfahrt ist klasse und, recht ungewöhnlich, es ist brüllend heiß. Dies ändert sich die Tage und auch der ewige Wind bzw. Sturm kehrt natürlich zurück. 

Meiner erste Tagestour führt mich zum Loma del Pliegue Tumbado Aussichtspunkt, 1000 lockere Höhenmeter, Mega!

Ich fahre die Piste bis zum Lago Desierto aber gaaanz langsam, zunächst geht es wieder zu Fuss auf Tagestour zum atemberaubenden Aussichtspunkt Laguna de los Tres.

Für die Weihnachtstage habe ich mir an der Piste ein windgeschütztes nicht einsehbares Plätzchen gesucht, was nicht so einfach ist, und genieße hier ein paar Tage in schöner Kulisse, bevor es bis zum Lage Desierto geht.

Am Lago ist dann leider Schluss und ich muss umkehren. Es gibt zwar eine Fähre zum südlichsten Anschluss der Careterra in Lago O´Higgins aber diese ist nur für Fußgänger und Radler. Schön wäre es gewesen hier übersetzen zu können aber ich gönne es exklusiv den unmotorisierten Kollegen und hoffe auch, dass es so bleibt, wird es aber sicher nicht. 

Zurück auf dem offiziellen Platz wo die Camper stehen dürfen, fliegt einem mal wieder dank Sturm der Dreck um die Ohren und ich mache mich auf zur Laguna Torre, wo heute leider nicht ganz das optimale Wetter herrscht, trotzdem schön. Ich verlasse nach 10 tollen Tagen diese wunderbare Gegend.

Zurück auf der 40, fahre ich nach Gobenador Gregores, wie üblich ein kleines Kaff mit Tankstelle und freiem Wifi plus meinem bevorzugten La Anonima Supermarkt, dann bin ich für Silvester gerüstet. Orkanartiger Wind tobt entlang der 40, als ich mich nachmittags endlich vom Wifi losreisse, um die 60 Kilometer in genau dieser Geschwindigkeit zum anvisierten und bereits bekannten Übernachtungsplatz am Fluss zurückzulegen. Der Sturm haut uns fast von der Bahn, ich atme auf, als ich meinen Platz erreiche, und muß erstmal die Scheinwerfer Abdeckungen retten, die es fast abgerissen hat. Sylvester wie immer gut verschlafen, geht es Richtung Paso Roballos, den südlichsten befahrbaren Grenzübergang zwischen Argentinien und Chile.

Die Piste ist mal wieder durchwachsen aber die Gegend entschädigt, einsam und wunderschön. Der argentinische Grenzposten könnte kaum einsamer liegen und die Jungs tragen noch alles per Hand in ein großes Buch ein bzw. aus. Zehn Kilometer weiter liegt der chilenische Posten und die Piste ist plötzlich um Welten besser. 

Man kann es zwar nicht generell sagen aber auch hier ist der Unterschied zwischen den Posten mal wieder krass. Argentinien locker und überfreundlich, Chile unlocker und mäßig freundlich. Mein ungewollter Ersatzreifen auf dem Dach leistet in letzter Zeit hervorragende Dienste, um das in Chile verpönte Frischzeug verschwinden lassen zu können, klappt echt super, selbst Hundenasen können soweit nicht riechen wie ich schmunzelnd feststelle.

Ich befinde mich nun im Parque Patagonia, einem weitern Douglas Tomkins Projekt. Tomkins, leider vor ein paar Jahren auf einer Kanu Tour tödlich verunglückt, kaufte Farmen und deren Land auf und renaturierte es. Was für ein Licht im Dunkel dieser gierigen und skrupellosen Zeit in der es nur noch um Profit auf Kosten der letzten Reste der gebeutelten Natur geht.

Hier hat man mal die Gelegenheit, Guanakos in Ruhe fotografieren zu können. Diese sind auf der 40 sehr häufig aber auch oft viel zu nah der Fahrbahn präsent.

Ich erreiche die Careterra und fahre entlang des Rio Baker ins beschauliche Cochrane, wo ich mich ein paar Tage in der Umgebung aufhalte.

Dann geht es nach Norden entlang des türkisen Rio Baker mit tollen Aussichten.

Ich erreiche das Mini Kaff Puerto Rio Tranquilo und biege ab ins Valle Exploradores, wo leider irgendwann Schluss ist, da vor einigen Monaten eine Lawine die Piste verschüttet hat. Trotzdem halte ich mich fast eine Woche in der Gegend auf und lerne den Ex Bayern Franz kennen, der sich vor 20 Jahren in diesem abgelegenen Tal niedergelassen hat. Leider ist sein Haus aktuell nicht auf der Piste erreichbar aber die mehrfachen Gespräche mit ihm über sein Leben hier sind sehr interessant.

Ich unternehme eine Bootstour zu den  Marmorhöhlen auf dem ebenso türkisen Lago General Carrera.

Vor Cerro Castillo beginnt Asphalt und ich erreiche zum ausgemachten Termin die Werkstatt von Sergio, der mir das ein oder andere die nächsten 2 Tage überprüft und richtet. Der Kühlschrank müßte auch mal wieder gefüllt werden und es findet sich endlich ein neuer fünfter Reifen. Die letzten beiden abgefahrenen bleiben in Coyhaique zurück.

Dann geht es nach Osten über den kleinen Grenzübergang Richtung Rio Mayo, wobei der dortige Grenzer auf chilenischer Seite mir die langsamste Ausreise ever beschert. Er braucht eine geschlagene halbe Stunde, um was auch immer auf die Reihe zu bekommen, wohl deshalb hängt ein riesen Fernseher an der Wand, sodass ich mir währenddessen irgendeinen Schrott ansehen kann. Auf geht es nach Osten zurück in die argentinische Pampa.

Ich erreiche erneut die 40 und biege 50 Kilometer später ab Richtung Sarmiento, um von dort die beeindruckenden Reste eines versteinerten Waldes weiter südlich anzuschauen, eingebettet in eine bizarre Landschaft.

Ich erreiche die Ostküste in Commodoro Rivadavia, fahre Richtung Norden nach Camarones, und nehme dort die Piste zur recht wenig besuchten Magellan Pinguin Kolonie. Es ist toll einsam mit klasse Stellmöglichkeiten und warm und sturmfrei noch dazu.

Die Frackträger haben kaum Scheu, und es fühlt sich hier an, wie ein warmer Sommer an der Nordsee.  

Ich nehme die Piste entlang der Küste, und besuche erneut die Playa Escondida, diesmal ohne See Elefanten, die Geburten und Aufzuchtsaison ist vorüber.

Das Sommerwetter hält an, hier kommen noch lästige Fliegen hinzu, trotzdem will ich mich da jetzt mal nicht beschweren.

An der Playa Cantera stelle ich mich nochmal eine Woche an meinen Stammplatz.

Keine lebenden Wale mehr, trotzdem wieder schön. Das ich hier mal die Sommerklamotten rausholen würde, hätte ich nicht gedacht.

Ein paar lange Fahrtage, und ich bin zurück in Uruguay in Nuevo Helvecia, wo dank Heike und Bernd meine neuen Gasdruckferdern auf mich warten. Ein paar Tage später kann ich das Dach wieder ausfahren, nach zwei Jahren!

Wally geht nun für ein paar Monate in die Halle und ich mache mich auf in die Karibik.