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Dank ein paar hausgemachter Fahrzeug Probleme und Problemchen, verzögert sich meine Abfahrt etwas. Natürlich ist es immer ein gewisses Risiko, gleich mit einem noch nicht so vertrauten Auto plus Neuaufbau auf lange Reise zu gehen aber ich will nur noch eins, endlich weg!

Die fast komplett leere Fähre bringt mich Anfang Juni von Travemünde nach Trelleborg. Ich verzichte auf längeren Textpassagen und Routendetails. Grundsätzlich bin ich immer soweit wie möglich abseits jeglicher Hauptstraßen über Land gebummelt, was zwar in die ein oder andere Sackgasse geführt hat, aber ungleich schöner war. Es gibt reichlich Pisten die man befahren darf, diese befinden sich hauptsächlich in den angepflanzten Wäldern, die natürlich eine unschöne Monokultur nicht nach meinem Geschmack darstellen, womit man sich aber in Schweden nun mal arrangieren muß. Vorteil ist, dass man dort praktisch immer ein gutes und ruhiges Übernachtungsplätzchen findet. Campingplätze habe ich nicht angefahren, Wasser kann man an vielen Tankstellen kostenlos bekommen. 

Zunächst geht es entlang der Ostküste. Das Wetter ist fabelhaft und sommerlich warm. Alles blüht, wobei mich der duftende wilde Flieder besonders begeistert. Die Orte, die Landschaft, einfach alles strahlt eine idyllische Symbiose aus. Hinzu kommen unmaskierte gelassene und freundliche Menschen, einfach nur Balsam für die Seele.

Im Land meiner absoluten Kindheitsheldin Pippi Langstrumpf, immer wollte ich so sein und so leben wie sie, ihre ängstlichen Freunde habe ich verachtet. Ein Pferd, ein Affe, eine große Villa und einen immer abwesenden Vater fand ich genial! Fast 50 Jahre später cruise ich durch dieses so positiv abstrahlende Land mit meiner rollenden neuen Luxus Eigentumswohnung, was für ein Privileg!

Vor toll erhaltenen, beeindruckenden Schlössern, Kirchen und Burgen kann man sich kaum retten. Die Burg von Kalmar ist besonders schön.

Ich fahre über die 6 Kilometer lange Brücke hinüber nach Öland. Zunächst in den Süden, wo mich die herrlich lichten und sonnendurchfluteten Birkenwälder besonders begeistern. Ich finde einen tollen Platz, der aufgrund seiner versteckten Zufahrt noch nicht in irgendeiner App gelandet ist. Hier tummeln sich in großer Zahl Kegelrobben, die auf aus dem Wasser ragenden Felsen ruhen.

Auch der Norden mit seinen Dünen, sandigen Küstenwegen, Stränden und lichten Wäldern gefällt mir extrem gut.

Kleines Treffen mit den bayrischen Ex Besitzern meines HZJ, der wiederum aus Schweden zu ihnen fand und sich nun also wieder in seiner alten Heimat befindet.

Ich biege ins Landesinnere ab. Besuche den Götakanal und viele geschützte Naturräume. Es gibt sehr viele, wenn auch oft kleine Naturreservate und natürlich auch Nationalparks. Endlich kommen dann auch ein paar richtige Berge in Sicht, die ich sofort stürme. Am höher gelegenen Skizentrum läßt es sich gut übernachten, die Lupinen sind in dieser Gegend eine wahre Pracht.

Schöne Fjällwanderungen füllen meine Tage. Einigen Zeitgenossen ist es eindeutig zu warm.