Die zu früheren Zeiten wichtige Karawanenstation Zagora gefällt uns sofort, auch finden wir einen schönen Campingplatz und das Klima ist sehr angenehm.

Hier gibt es alles was man braucht und der Mittwoch und Sonntag statt findende quirlige Markt ist hoch interessant.

 

 

Nach acht Tagen ziehen wir weiter. Erneut geht es auf Pisten und Sand weit nach Süden und dann immer Westwärts.

Wir erreichen das zweite nennenswerte Dünengebiet Marokkos, das Erg Chegagga. Auch hier gibt es reichlich Touristen Zelt Camps. Wir sind so schlau und suchen uns vorher einen schönen Platz an einem kleineren Dünengebiet. Der Vollmond ist fantastisch, doch die Fliegen tagsüber extrem lästig. Das fahren auf der Sandpiste macht richtig Laune.

Wir würden gern ein wenig bleiben, irgendwo versteckt in den Dünen. Nachdem wir die Camps hinter uns gelassen haben, fahren wir ein ganzes Stück um die höheren Dünen kurvend bis es nicht mehr weiter geht. Als wir aussteigen müßen wir jedoch feststellen, dass dies keine so gute Idee war, wir werden nicht so ohne weiteres den Rückwärtsgang einlegen und zurück fahren können, da der Sand hier extrem fein ist. Wir ahnen bereits, das erneut eine Ausgrabungsaktion bevorsteht. Die Fliegen sorgen außerdem dafür, das wir uns erst gar nicht heimisch fühlen.

Nachdem wir auch dies schwitzend geschafft haben, fahren wir noch über den augetrockneten Lac Iriki um diese Nacht mit herrlicher Aussicht auf einem steinigen Plateau bei Vollmond zu verbringen.

 

 

Wir erreichen das Wüstenstädtchen Foum Zguid. Obwohl wir dort einige bekannte Gesichter treffen, sagt uns der Campingplatz nicht zu und wir beschließen noch ein Stück zu fahren. Wir kommen nicht weit und treffen auf die holländische Besatzung, die anderen sind auch nah und wir verbringen nochmal einen Abend in netter Runde in der Wüste.

Die Strecke nach Tata auf der N 12 und im weiteren Verlauf auf der R 109 ist eine Wucht. Langsam schrauben wir uns höher in Richtung Anti Atlas. Kurz vor Tafraoute besichtigen wir das Agadir Tasguent, eine von vielen Burgen/Festungen in die sich die umliegende Bevölkerung bei Gefahr zurück ziehen konnte und die wie ein kleines Dorf mit Schlafkammern, Wasserspeichern und allem was man sonst noch brauchte ausgestattet ist. Der Schlüsselhalter wird vom Berg aus seinem Dorf gepfiffen und kommt im Eilschritt angerannt, um uns stolz ein wenig in die Historie einzuführen.

Tafraoutes Umgebung ist mit seiner Felslandschaft fantastisch. Hier auf tausend Meter über dem Meer ist es zwar in der Nacht frisch aber tagsüber strahlt die Sonne vom wolkenlosen Himmel und macht den Aufenthalt hier zum Vergnügen.

Wir fahren zu den Les Peintures, die in einem Tal gelegenen Kugelfelsen wurden teilweise von einem belgischen Künstler angepinselt. Ich beurteile dies als Verschandelung, Martin gefällt es.

Unten im Tal zwischen den Felsen finden wir einen herrlichen Platz, insgesamt verbringen wir hier eine Woche und erkunden die Umgebung ausführlich. 

 

Über Tiznit, geht es an die Küste des Atlantik. Sidi Ifni ist ein nettes Städtchen, die Küsten inklusive der vorgelagerten Sanddünen sind jedoch total verdreckt.

Am Plaque Blanche , einem schönen, langen Strand kann man oberhalb auf einem Plateau stehen. Die Vermüllung ist schockierend, selbst für Afrika. Trotzdem bleiben wir einige Zeit und unternehmen jeden Tag lange Strandspaziergänge. In dem Bereich wo sich Ebbe und Flut abwechseln, ist es recht sauber. Wir treffen nette Fischer, die uns mit frischem Fisch beschenken und avancieren aufgrund unseres Stellplatzes zum Auskunftbüro für andere Touristen. Eines Tages stehen zwei Italiener vor unserer Tür. Alessandro hat seinen Iveco ein paar Kilometer entfernt festgefahren, ob wir vielleicht helfen können, sie versuchen seit 5 Tagen sich zu befreien. Wir packen zusammen und fahren ein paar Kilometer auf einer Piste in nördlicher Richtung. Als wir an den Rand des Plateaus fahren und hinunter schauen, trauen wir unseren Augen nicht. Zwischen hier und dem Strand ist Sumpf und mitten drin steht der Iveco.

Da der Strand befahrbar ist, beschlossen sie gleich am nördlichen Ende darauf zu fahren. Als sie eine Abfahrt entdeckten und anschließend eine Gabelung, beschlossen sie spontan ohne anzuhalten die linke zu nehmen und landeten kurz darauf auf einem schlammigen mit ein paar Zentimeter Wasser bedeckten Pfad. Alessandro kam zu dem Schluß, das es keine gute Idee wäre jetzt anzuhalten. Also fuhr er immer tiefer hinein bis eine weitere Gabelung kam und er nun beschloss, nach rechts Richtung Strand abzubiegen, ein paar Meter weiter war Schluss, der Wagen versank ein Stück im sumpfigen Morast.

Da sie dort im Auto nicht mehr schlafen konnten, nahmen sie am Strand lebende Fischer auf. Sie organisierten einen Traktor und einen Abschleppwagen, die beide ebenfalls im Schlamm versanken.

Für uns wird schnell klar, dass wenn der LKW auf sicherem Grund stehen soll, mindestens 80 Meter Bergeseil zur Verfügung stehen müßten. Da wir so viel nicht dabei haben, schied eine solche Bergeaktion aus. Die drei schnappen sich unsere Sandbleche und steigen hinab zum Iveco. Schnell stellt sich heraus, die Sandbleche sind nutzlos auf solch glitschigen Untergrund.

Martin macht ihnen klar, dass entweder nur eine größere Maschine aus dem 50 km entfernten Guelmin helfen könnte oder die Selbstbergung mit tief vergrabenem Reservereifen und der am Vorderreifen befestigten, entgegen gesetzt angeschraubten Felge.

Alessandro kapiert das Prinzip sofort und will die Selbstbergung versuchen. Wir versichern uns, dass sie genug Vorräte haben und geben ihnen noch einiges mit zur moralischen Unterstützung, inklusive Bier. Da sich hier im Sumpf Millionen von extrem agressiven Moskitos aufhalten, müssen wir die Beiden leider vorerst verlassen.