Am nächsten Morgen verlassen wir Plaque Blanche in Richtung Westsahara, nicht ohne vorher nochmals bei den beiden Gestrandeten vorbei zu schauen. Unermüdlich sammeln sie Steine vom Strand um den vergrabenen Reifen zu beschwerern, ziehen im Schlamm die Schneeketten auf um mehr Gripp herzustellen und bleiben zuversichtlich. Da es hier genug Menschen in der Umgebung gibt und gutes Handy Netz, fahren wir weiter.

Über Tan Tan und El Quatia geht es an der einsamen schönen Steilküste an der Angler von ganz oben ihre Leinen auswerfen weiter südlich. Die schmale Straße ist eng und von vielen Versorgungs LKW bevölkert, kein Vergnügen diese mit solch einem großen Wagen zu befahren wie wir ihn haben.

Wir fahren so weit, bis wir mitten in der Pampa auf drei hintereinander liegende Tankstellen treffen, wo der Diesel nochmal 20 Dirham unter dem Preis weiter nördlich liegt. Wir füllen sämtliche Tanks und begeben uns nochmals in Richtung Plaque Blanche.

Hinter Guelmin kommt uns plötzlich ein bekanntes Auto entgegen. Die Italiener haben es geschafft, wir freuen uns mit ihnen, waren wir doch gerade auf dem Weg um nach ihnen zu schauen. 10 Tage hat die Aktion gedauert, ein weiterer Traktor grub sich im Schlamm fest. Respekt für dieses Durchhaltevermögen unter Extrembedingungen durch die Moskitos, die meisten anderen hätten sicher aufgegeben.

Uns zieht es nach ein paar Tagen Richtung Norden, Weihnachten verbringen wir an der Steilküste südlich von Essouira.

Essouira ist ein nettes Küstenstädtchen das viele Touristen anzieht. Auch wir bleiben einige Zeit und wechseln irgendwann auf den südlich gelegenen netten Campingplatz in Sidi Kaouki, wo sich noch andere LKWler eingefunden haben.

Der weitere Weg führt uns nach Osten. Über Marrakesch und dann wieder südlich über den schönen TizinTischka Pass des hohen Atlas, wo es fast schneefrei ist. Anschließend nehmen wir die wunderschöne Straße über Telouet und Weltkultur Erbe Ait Benhaddou, einem gut erhaltenen traditionellen Lehmdorf. Hier und in der tollen Umgebung wurden schon zahlreiche Filme gedreht.

 

Da wir nochmals etwas Wärme tanken wollen, fahren wir wieder südwärts auf der N 10 um kurz vor Foum Zguid auf die N 12 nach Zagora abzubiegen. Hier wird kräftig daran gearbeitet alles unter einer Betondecke verschwinden zu lassen, doch noch ist es größtenfalls Stein und Feinstaubpiste.

Die Tage in Zagora fliegen mal wieder dahin und nach über einer Woche sagen wir endgültig Au Revoir.

Durch das schöne Draa Tal geht es kurvenreich über Quarzazate und Skoura auf die Straße der Kasbahs. Wunderschön schlängelt sich die Straße vorbei an alten Festungsruinen und durch traditionelle Dörfer. Kurz vor einer kleinen Pass Straße müssen wir jedoch umdrehen, da es für Turtle zu knapp würde. Macht nichts, die Strecke kann man auch doppelt fahren. Noch einmal biegen wir auf ganz schmale Piste ab und schrauben uns mit atemberaubenden Blicken in die Höhe. Oben finden wir einen fantastischen Stellplatz.

 

 

In Boumalne Dades biegen wir in die Dades Schlucht ab, fahren auf einer tollen Piste über einen 2800 Meter hohen Pass und anschließend durch die touristisch extrem ausgeschlachtete Todra Schlucht. An einem Übernachtungsplatz finden wir einen ganzen Berg mit versteinerten Muscheln. Über Goulmima und Amellago fahren wir erneut eine Strecke die uns begeistert. Die freundlich winkenden Menschen tragen ein übriges dazu bei, dass wir die Zeit im hohen Atlas als das Marokko Highlight einstufen.

Die Fahrt über den Tizi Tirherhouzine Pass ist fantastisch und so bleiben die 10 Tage hier in den Bergen in bester Erinnerung.

 

Auf der Nordseite der Berge wird das Wetter schlecht, es regnet, ist grün und dicht besiedelt, da die Menschen hier intensiv Landwirtschaft betreiben können. Wir fahren nach Marrakesch, wo wir uns einen Tag in der riesigen Medina rum treiben und  das bunte Treiben am Platz der Geköpften verfolgen. Leider sausen durch die engen Gassen unentwegt Morroller an einem vorbei, was nervig und gefährlich ist, außerdem eine Abgasvergiftung nach sich ziehen könnte.

Der Campingplatz in Sidi Kaouki ist mittlerweile von Franzosen überfüllt, doch das angenehme Klima läßt uns eine Weile bleiben. Anschließend geht es nördlich, bis wir kurz hinter der Hauptstadt Rabat ins Landesinnere nach Meknes abbiegen, hier ist es nett und wesentlich angenehmer als in Marrakesch. Wir fahren weiter zum Welt Kultur Erbe Volubilis, der größten römischen Ausgrabungsstätte Marokkos. Hier oben im Norden ist es herrlich grün und angenehm warm. Im Küstenstädtchen Moulay Bousselham verbringen wir die letzten Tage im Land, bevor es über Tanger zurück zur Fähre in Ceuta geht.