Das Wetter meint es nicht gut mit uns, als wir in einer knappen Stunde von Algeciras nach Ceuta übersetzen.

Die Fahrt entlang der Mittelmeerküste fällt buchstäblich ins Wasser, so dass wir erst einmal nach Chefchaouen ins Landesinnere abbiegen.

Als wir die tausend Höhenmeter erreichen, bricht tatsächlich die Sonne durch.

Wir bummeln zwei Tage durch das schöne andalusisch angehauchte Städtchen und versuchen, uns auf das arabische Afrika einzustellen.

 

Klick auf das Bild zum vergrößern!

 

 

Wir fahren eine landschaftlich schöne Straße zurück gen Küste. Doch je weiter wir uns nähern, umso stärker wird der Regen. Das Mittelmeer wirkt grau und abweisend. In El-Jebha biegen wir entgültig ins Landesinnere ab und fahren über schmale Pisten durch wunderschöne, wenn auch nebelverhangene Landschaften.

Die Straße führt mitten durch das Rif Gebirge, hier werden massenhaft Drogen angebaut, die Einheimischen dürfen dies für den Eigengebrauch, doch dabei bleibt es nicht.

Zwischen Ketama und Taounate sehen wir keine Polizei, dafür versucht man uns an jeder Ecke zum anhalten zu bewegen, mehrfach setzten sich Autos vor unseren LKW und versuchen massiv uns auszubremsen. Wohl an kaum einem anderen Fleckchen Erde wäre so einfach an einen Vollrausch zu kommen.

Irgendwann nervt es nur noch und wir sind richtig sauer, an übernachten ist in dieser Gegend nicht zu denken.

Hinter Taounate stellen wir uns an einer kleinen Straße auf einen brach liegenden Acker.

Weiter geht es immer südwärts durch Fes und Boulemane in weniger besiedelte Gegenden. Die Landschaft ist karg aber interessant, die Wetterspiele mit Wind, Regen und Sturm abwechslungsreich. Wir dürfen tolle Regenbögen bewundern.

Über Midelt und die schöne Gorges de Ziz gelangen wir an einen großen wenig Wasser führenden Stausee kurz vor der  Universitätsstadt Ar-Rachidia.

Wir fahren einfach ein Stück das gegenüber liegende Gebirge hoch und werden mit einem tollen Stellplatz über dem See belohnt.

 

 

Entlang hübscher Oasendörfer fahren wir nach Rissani. Es wird endlich wärmer und bald geht es auf Piste zu einem der wenigen größeren Dünengebiete Marokkos, dem Erg Chebbi.

Touristisch stark frequentiert, haben wir Glück, dass um diese Jahreszeit nicht allzuviel los zu schein scheint. 

Wir umfahren das gesamte Gebiet, wobei sich auf der Westseite ein Hotel an das nächste reiht, dominieren auf der Ostseite Zelt Camps. Auf der Ebene mitten im Nichts haben sich Nomaden mehr oder weniger angesiedelt.

Wir bleiben zwar ein paar Nächte und stapfen auf eine der höchsten Dünen, die erhoffte Einsamkeit finden wir jedoch nicht.

Wir fahren weiter auf einer der südlichsten Pisten. Über Taouz geht es sehr steinig und holprig immer südwestlich durch einsamere aber niemals ganz menschenleere Gebiete.

Wir finden schöne Übernachtungsplätze. Irgendwann wird es sandig und Turtle darf sich zum erstenmal richtig bewähren. Hinter einem Dorf geht es zuerst mitten durch die Oasengärten und das Sand fahren macht richtig Spaß.

Als wir fast durch sind, ist noch ein kleinerer Sandberg zu nehmen. Da wir zu faul sind zum Luft ablassen, gräbt Turtle sich ordentlich ein. Wir müssen Sandbleche und Schaufel raus holen und letztlich dann im aufkommenden und immer stärker werdenden Sandsturm doch noch Luft ablassen.

Die Aktion dauert sicher eine Stunde und wir haben den feinen Sand wirklich überall am Körper sitzen. Ich nehme die Erkenntnis mit, nicht mehr ohne eine Schwimmbrille in die Sahara zu fahren um die Augen zu schützen.

Am frühen Nachmittag finden wir einen wunderschönen Platz auf einem kleinen Berg, garantiert sandfrei und mit herrlich weitem Rundumblick. Die Dusche ist ein Genuss und wir beschließen am nächsten Morgen dank des schönen Wetters noch zu bleiben.

Nach dem Mittagessen vernehmen wir Motorengräusche und trauen unseren Augen nicht, als wir kurz darauf erst einen dann zwei und auch noch einen dritten LKW über die Kuppe rollen sehen.

Die Deusch/Holländisch/Österreichische Mannschaft ist genauso überrascht, haben sie uns doch gar nicht gesehen von der Piste.

Wir verbringen einen netten Abend bei gemeinsamem Essen, am Morgen besuchen uns ein paar Nomadenmädchen und hoffen auf ein paar Spenden, wir alle versorgen sie mit Brot und Obst. Anschließend verlassen wir die nette Truppe um weiter nach Süden zu fahren und treffen auf eine Familie, die mitten im Nichts zu wohnen scheint, sie verkauft Fossilien die es in Marokko reichlich zu finden gibt wenn man weiß wo. Ich kaufe ihr einige versteinerte Muscheln ab und wir wühlen im Vorrat um ihr ein paar Lebensmittel zu überlassen. Mit so wenig kann man Menschen glücklich machen. 

Irgendwann laufen wir in Zagora ein.